Review: Strider MFS

ESEE 4 und Strider MFS frisch vom Sharpmaker. Meine beiden großen EDC-Messer.

ESEE 4 und Strider MFS frisch vom Sharpmaker. Meine beiden großen EDC-Messer.

Ziemlich genau vor einem Jahr verkaufte ich mein Strider SLCC, nachdem es mir, trotz DLC-Beschichtung, beim Tragen IWB im wahrsten Sinne des Wortes unter dem Arsch wegrostete. Das SLCC ist ein tolles Messer, hinter dem ein tolles Konzept steht, aber leider ist es für mich mit meinem anscheinend ultraaggressiven Schweiss nicht gemacht.

Von dem Geld, das ich für mein SLCC noch bekam, kaufte ich mir bei Monkey Edge ein Strider MFS mit grüner Cerakote-Beschichtung. Seitdem ich das Messer aus dem FedEx-Karton genommen habe, mag ich es sehr, und es wird von mir sehr regelmäßig ausgeführt und benutzt. In einem Jahr der Nutzung habe ich gelernt, was ich an diesem Messer habe.

Das Messer

Das MFS hat 10,5cm Klingenlänge, von denen 9,5cm scharf sind. Es hat eine Klingenstärke von knapp 0,5cm und besteht aus CPM S30V. Das Messer sieht beinahe aus, als habe es einen traditionellen skandinavischen Anschliff, ist aber eigentlich bis ans obere Viertel der Klinge hohlgeschliffen. Diese Kombination macht das Messer gleichzeitig schneidfreudig, es kam bei mir rasierscharf an und ich bekomme es problemlos wieder auf diese Schärfe, und stabil. Die Messerspitze ist robust, aber trotzdem nicht angerundet, auch nicht nach längerer Nutzung.

Insgesamt hat das Messer 20cm Länge, der Griff ist also etwas kürzer als die Klinge. Ich habe kleine bis mittelgroße Hände, und bei mir liegt der Griff dank Strider-typischer Paracordwicklung sehr gut in der Hand. Die Wicklung verleiht dem Griff außerdem genug Volumen, um auch längere Zeit bequem gegriffen werden zu können. Das Messer kam mit einer Handgelenksschlaufe bei mir an, die ich aber nach kurzer Zeit entfernt habe, im Alltag stört die Schlaufe leider häufig.

Im Alltag schlägt das MFS sich gut, mit seinem Hohlschliff schneidet es fein und effizient, aber auch gröbere Aufgaben meistert es mit Bravur, ich habe bisher noch nichts mit diesem Messer gemacht, wobei ich mir Sorgen gemacht hätte, ich habe mit ihm aber auch noch nicht batonet, es also durch ein Stück Holz geprügelt um dieses zu spalten. Für den eher urbanen Einsatz ist das MFS die perfekte Mischung aus schnittfreudig und robust, besitzt es doch die Klingenstärke der allseits beliebten Brechstange Strider SA mit deutlich mehr Klingenlänge und -höhe und einem Anschliff, der die Schneidleistung massiv verbessert.

Die Cerakote-Beschichtung

Das Coating mit Cerakote war für mich eine notwendige Bedingung für den Kauf dieses Messers. Mit dem gleichen Stahl beim SLCC habe ich wirklich schlechte Erfahrungen gemacht, aber Cerakote wird häufig in den höchsten Tönen gelobt; ich wurde nicht enttäuscht. Cerakote ist ursprünglich als Beschichtung für Schusswaffen entwickelt worden, es überzieht, verkürzt dargestellt, Metall oder Plastik mit einer dünnen Schicht Keramik und sorgt so für eine sehr viel bessere Widerstandskraft gegen äußere Einflüsse. Tatsächlich hatte ich mit meinem MFS noch keinerlei Rostprobleme, auch wenn ich es IWB trage und es teilweise abends schweissnass auf meinen Nachttisch lege, nachdem es den ganzen Tag in der Scheide auf seinen Einsatz gewartet hat.

Beim Benutzen entstehen gelegentlich kleine Dellen oder Furchen in der Beschichtung, manchmal entstehen auch kleine Löcher oder Risse, beides verleiht dem MFS einen gewissen Charme, wie ich finde. Und bisher hat es nicht dazu geführt, das blank liegender Stahl anlief oder zu rosten begann.

Spuren auf der Klinge

Spuren auf der Klinge

Scheide und Tragweise

Ursprünglich kam das MFS mit einer Nylonscheide von CPM-Gear bei mir an, die angeblich MOLLE-kompatibel sein sollte. Die Scheide besteht aus sehr dickem, hartem Nylon und hält das Messer relativ fest, auch dank Sicherung mit Druckknopf über dem Griff. Die Nylonscheide war absolut nicht zu gebrauchen, weder am Gürtel noch auf MOLLE-Reihen befestigt, was ohnehin nur sehr unzureichend funktionierte, und in Tasche oder Rucksack nahm sie deutlich zuviel Platz weg.

Ich liess mir daraufhin schnellstmöglich eine Kydexscheide basteln, MpdWa baute mir eine perfekte Scheide inklusive IWB-Loop. Seitdem trage ich das Messer entweder mit dem IWB-Loop auf etwa halb fünf oder ohne Loop in der Tasche oder im Rucksack. IWB spürt man das Messer, auch dank der tollen Scheide, kaum, es ist robust, ohne aufzutragen und die Länge ist für diesen Zweck perfekt.

Fazit

Das Strider MFS ist ein robustes und zuverlässiges Messer für den Alltag, ein treuer Begleiter, der sich vor keiner Schneidaufgabe verstecken muss. Dank der Cerakote-Beschichtung widersteht es stur allen Angriffen von außen und in einer ordentlichen Scheide trägt es sich wirklich ausgezeichnet.

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