Review: Böker Plus Tactical Pen CID cal .45

Der Böker CID cal. 45 auf meinem Notizbuch

Der Böker CID cal. 45 auf meinem Notizbuch

Vor ein paar Tagen erreichte mich ein CID cal. 45 von Böker. Ich war sehr gespannt darauf, endlich mal einen tactical pen ausprobieren zu dürfen. Bisher hatte ich immer mal wieder schöne Schreibgeräte angeschafft, an diesen dann aber irgendwann den Spaß verloren, oder aber sie irgendwann auf dem Schreibtisch liegenlassen, weil sie entweder zu zerbrechlich zum täglichen Mitnehmen und Nutzen waren, oder aber einfach unpraktisch. Auf billige “Einmal”-Kugelschreiber hatte ich auf Dauer aber auch keine Lust, sie sind einfach zu unzuverlässig und werden zu häufig “nur mal kurz” ausgeliehen und verschwinden dann, ganz ohne Schuldbewusstsein beim Übeltäter. Auf meiner Suche nach einem ordentlichen Stift für den alltäglichen Gebrauch war Böker dann so gut, mir einen CID cal. 45 zukommen zu lassen.

Der Stift

Der Böker CID cal. 45 unterscheidet sich mit 12,7cm Länge und einem Gewicht von knapp unter 40g kaum von einem ganz normalen, guten Kugelschreiber. Natürlich wiegt Aluminium etwas mehr als Plastik, aber es ist auch ungemein viel stabiler. Der Clous des Stiftes ist ganz eindeutig sein Design. Zuerst fällt der integrierte Clip auf, wegen diesem auch das “CID”, es heisst clip integrated design, der sehr sicher an der Hosentasche meiner Jeans oder Cargo-Hose sitzt, wo ich für gewöhnlich mein Messer trage. Weil der Clip innerhalb des Korpus dieses Kugelschreiber sitzt, trägt er kaum auf und ist schön schmal, außerdem ist das Clip-Design ein echter Hingucker, aber das gilt wohl für das gesamte Design aus der Feder von Thomas Braunagel.

Was auch ins Auge fällt ist, dass ein clicky fehlt und sich am Kugelschreiber nichts drehen lässt, um die Mine zum Vorschein zu bringen. Hierfür besitzt der CID cal. 45 einen “Bajonettverschluss”. Ein kleiner Schieber lässt sich mit satter Federspannung in einer J-förmigen Aussparung im Korpus bewegen, so lässt der Kugelschreiber sich “öffnen” und “schließen”. Das ist nicht nur in der Theorie eine schöne Spielerei, an der sich Ingenieure erfreuen können, das resultierende Geräusch ist einfach großartig und die Haptik steht ihm in nichts nach. Dieser Verschluss macht einfach Spaß.

Der CID cal. 45 frisst Lamy M22-Minen, die problemlos zu beschaffen sind und mit denen es sich sehr angenehm schreibt, insgesamt schreibt es sich mit diesem Kugelschreiber gut, er liegt dank seines Gewichts gut in der Hand, die angebrachte Riffelung fasst sich sicher und der Kugelschreiber drückt auch bei längerem Schreiben nicht unangenehm.

Der Kugelschreiber als dual use-good, oder: putting the “tactical” in “tactical pen”

Der CID cal. 45 ist nicht allein ein schicker Stift, er ist durchaus dazu gedacht, im Notfall als Meinungsverstärker eingesetzt zu werden. Er ist dafür zweifellos stabil genug, außerdem lässt er sich durch den integrierten Clip sehr gut fest greifen und das obere Ende des Stiftes ist mit einer leichten Riffelung versehen, so dass der Daumen dort perfekt und sicher aufgelegt werden kann.

Fasst man den CID cal. 45 auf diese Art, so ragt die Spitze knappe 3cm, zumindest bei einer Hand meiner Größe, heraus und kann entweder als Kubotan genutzt werden, wenn man in der esoterischen Lehre der Druckpunkte ausgebildet ist, oder aber man nutzt den Stift in einem P’kal knife jab.

Trotz dieser dual use-Möglichkeit geht der CID cal. 45 problemlos als Kugelschreiber der gehobenen Klasse durch, gerade auch weil er ohne Glasbrecher, “DNA-collector” oder andere Spirenzchen auskommt, die ohnehin niemand braucht und die im Ernstfall nur herangezogen werden können, um die Waffeneigenschaft des Stiftes hervorzuheben.

Fazit

Mit dem CID cal. 45 legt Böker einen tactical pen vor, wie er sein sollte. Er ist stabil und einwandfrei verarbeitet, schreibt gut und angenehm, lässt sich notfalls vernünftig und ohne Kompromisse einsetzen und kommt ganz ohne sinnfreie Spielereien aus, die letztlich nur die Funktionalität als Stift einschränken. Der Bajonettverschluss macht unglaublichen Spaß, sorgt aber auch für böse Blicke von anderen Studenten oder Fremden bei Starbucks, die sich von dem wunderbar lauten Klacken des Verschlusses gestört, wenn nicht gar bedroht fühlen.

Zusätzlich dazu ermöglicht Böker es, einen sehr edlen tactical pen zu einem guten Preis zu kaufen, der, wenn ich ihn als echtes custom-Produkt erwerben müsste, zweifellos mein Budget für einen Kugelschreiber sprengen würde. Natürlich könnte ich jetzt meine Juwelierslupe einsetzen und nach kleinen Mängeln der chinesischen Fertigung schauen, “Oh nein, dort ist das Aluminium leicht unsauber ausgefräst!”, aber auf diese Idee würde ich nicht kommen. Der Stift kam bei mir ohne kosmetische Makel an, ohne mechanische oder sonstige sowieso, einzig neigt die Kappe dazu, sich ein klein wenig zu lösen, aber das stellt überhaupt kein Problem dar.

Wer auf der Suche nach einem stabilen und hübschen Kugelschreiber ist, mit dem sich notfalls auch böse Menschen von bösen Dingen abhalten lassen, dem kann ich den CID cal. 45 nur ans Herz legen.

Disclaimer: Auch wenn mir Hersteller oder Anbieter eines Produktes ihre Produkte kostenfrei oder vergünstigt an mich abgeben bedeutet das für mich nicht, dass ich sie positiv besprechen muss. Ich beurteile jedes von mir besprochene Produkt nach bestem Wissen und Gewissen.

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