blackPack ESY M Sandbag von aerobis

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blackPack mit anderen Trainingsutensilien

Sandbags sind, genau wie Kettlebells und Medizinbälle, ein fester Bestandteil jedes “functional training gyms”. Während starke Menschen, oder solche die es werden wollen, wohl schon seit Anbeginn des Trainings schwer beladene Säcke genutzt haben, kann man seit einigen Jahren fertige Sandbags kaufen, die nicht irgendwann reißen und ihren Inhalt überall verteilen. Been there, done that.

Einen solchen Sandsack der deutschen Firma aerobis durfte ich testen.

Was ist eigentlich ein Sandbag?

Ganz grundlegend ist ein Sandbag ein Sack oder eine Tasche, gefüllt mit einem sehr dichten Material, wie der Name schon andeutet handelt es sich dabei meistens um Sand. DIY-Modelle bestehen oft aus altmodischen Kartoffelsäcken oder einem alten Seesack, kontrolliertes Befüllen ist allerdings schwierig und wie lang das Ganze dann hält ist eine ganz andere Frage. Ich selbst habe mit 16 meinen Trainingsort kurzzeitig in einen Sandkasten verwandelt als mein Sandbag riss, seitdem habe ich die Finger von Sandbags gelassen…

Training mit dem Sandbag

Sandbags sind sehr vielseitige Trainingswerkzeuge, sie lassen sich, je nach Gewicht, als Alternative zur Langhantel oder ähnlichem nutzen, sind aber deutlich schwerer zu greifen und zu kontrollieren. Sand bewegt sich, weshalb ein Sandbag sich biegen kann, eine Langhantel tut das nur minimal. Man kann den Sandbag aber auch wie eine Kettlebell oder einen Bulgarian Bag benutzen, so also, dass Fliehkräfte auf den Sandbag wirken, wodurch nicht einfach nur das Gewicht des Sandbags zum Training genutzt werden kann.

Mit dem Sandbag ist eine Vielzahl von Übungen möglich, die ganz simpel sein können, etwa ein Curl oder ein Deadlift, aber auch deutlich anspruchsvoller ausfallen können, etwa wenn man einen Ausfallschritt mit Rotation und Überkopfdrücken des Sandbags durchführt. Übungen wie etwa das Schultern des Sandbags vom Boden stärken beinahe den gesamten Körper und sind zusätzlich dazu noch “trivial funktional”, da sie alltäglichen Bewegungen stark gleichen. Durch das sich Bewegen des Sandbags wird oft mehr Muskulatur angesprochen, da der Sandbag kontrolliert und gestützt werden muss, die allseits beliebte core stability wird mit einem Sandbag sehr gut trainiert.

Das Training mit dem Sandbag kann verschiedene Ziele verfolgen, je nach Gewicht des Sandbags und der Übungsauswahl und -durchführung. Der von mir getestete Sandbag wiegt 20kg, was für mich zum Maximalkrafttraining in den meisten Übungen deutlich zu wenig ist. Stattdessen habe ich den Sandbag zum Training von Koordination und Balance, sowie Kraftausdauer und zum Hypertrophietraining genutzt.

Der aerobis blackPack ESY M

Mein erster Gedanke beim Auspacken des blackPack ESY M war “Das Ding sieht aus wie eine kleine Reisetasche.” Tatsächlich besteht eine gewisse Ähnlichkeit, die blackPacks sind allesamt keine unförmigen, riesigen Säcke. Der blackPack verfügt über mehrere Griffe, sieben insgesamt, die verschiedene Griffhaltungen erlauben. Zusätzlich dazu kann man aber auch einfach in das Material des Sandbags selbst greifen, was die Griffkraft nochmal stärker beansprucht.

Gefüllt ist der blackPack mit 20kg Sand. Es sind jeweils 10kg Sand in einem stabilen Loading Bag enthalten, mit den beiden Loading Bags ist der blackPack dann prall gefüllt. Die Loading Bags an sich sind bereits sehr stabil und sorgen dafür, dass kein Sand austreten kann, zusätzlich dazu sind sie noch von der sehr stabilen Außenhülle des blackPack umgeben, die Öffnung zum Füllen des blackPack wird durch einen robusten Reißverschluss geschlossen, der dann noch durch einen großzügigen Streifen Klettband beinahe versiegelt wird. Sandunfälle sind damit fast ausgeschlossen, gerade auch weil alle Nähte am blackPack absolut perfekt sind.

Entnimmt man ein Loading Bag, reduziert das Gewicht des blackPack also auf 10kg, ist der blackPack deutlich schwerer zu greifen und zu kontrollieren, da er in sich plötzlich deutlich mehr Bewegungsspielraum hat, der Sand rutscht hin und her, der Sandbag beult sich aus und wenn man ihn über dem Kopf hält muss man ihn ordentlich ausbalancieren. Dieser Effekt ist erwünscht, bei einem komplett gefüllten Sandbag ist er bereits gegeben, füllt man ihn nur halb ist er umso stärker. Aerobis bietet ebenfalls mit Wasser gefüllte Säcke an, mit diesen dürfte dieses Phänomen nochmal ganz anders ausgeprägt sein.

Im Lieferumfang enthalten  ist außerdem eine kleine Bedienungsleitung und ein Poster mit Übungsvorschlägen. Die Sandbags könnt ihr hier kaufen.

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Das Innenleben des blackPack, die Loading Bags erinnern an Taschen aus dem Wassersportbereich

Meine Erfahrungen mit dem blackPack

Spätestens ab November finde ich es noch nerviger, laufen zu gehen, als es sowieso schon ist. Seilspringen in einem Mietshaus ist meistens keine gute Idee, genau in dieser Situation glänzt dann der blackPack. Jeden Sonntag schnallte ich mir meinen Polar-Pulsmesser um und versuchte, eine Stunde lang den blackPack in Bewegung zu halten, und meinen Puls zwischen 120 und 150.

Die schiere Menge möglicher Übungen ist wirklich beeindruckend, meistens begann ich mit ein paar Kniebeugen und vorgebeugtem Rudern, gefolgt von “Bear Hug Good-Mornings”. Bei diesen drei Übungen macht der blackPack eine sehr gute Figur. Bei Kniebeugen kann man ihn sehr angenehm auf den Schultern ablegen und sogar versuchen, ihn ohne den Einsatz der Hände dort zu balancieren, das vorgebeugte Rudern bearbeitet die Griffkraft sehr intensiv und die “Bear Hug Good-Mornings” sind eigentlich nur mit einem Sandbag möglich und eine wirklich schöne Übung.

Verschiedene Möglichkeiten den blackPack über den Kopf zu drücken sind teilweise sehr anspruchsvoll und das Schultern des Sandbags ist eine tolle Ausdauerübung. Ausfallschritte mit dem Sandbag über der Schulter waren für mich eine durchaus anspruchsvolle Übung was die eigene Koordination angeht. Mit dem nur halbgefüllten blackPack konnte ich problemlos einige Übungen durchführen, die sonst für den Bulgarian Bag gedacht sind, etwa die “Around the Worlds”.

Abseits von meinen Ausdauereinheiten mit dem blackPack gab es eine noch deutlich häufigere Nutzung. Der blackPack stand in meiner Wohnung, und immer wenn ich an ihm vorbeilief, so zumindest der Vorsatz, lud er zu ein paar Übungen ein. Hammer Curls, Überkopfdrücken oder RDLs lassen sich mit dem 20kg-blackPack über den Tag verteilt immer wieder machen, ohne dass man damit viel “Schaden” anrichtet, trotzdem haben sie einen positiven Effekt.

Der blackPack ist außerdem eine relativ nachbarsfreundliche Option des Trainings. Man sollte ihn natürlich nicht von der Schulter auf den Boden fallen lassen, sollte man ihn aber doch mal unsanft ablegen, ist das weniger laut und weniger gefährlich für den Bodenbelag als etwa beim Training mit Kettlebells.

Fazit

Das Training mit Sandbags ist eine durchaus lohnenswerte Option des Kraft- und Ausdauertrainings, mit dem blackPack hat aerobis dafür eine sichere und robuste Lösung auf den Markt gebracht. Den blackPack bekommt man, so denke ich, nicht kaputt, dementsprechend kann er auch in Gym oder Sportschule eingesetzt werden und dort herumfliegen, ohne dass man sich Sorgen machen müsste.

Die Loading Bags des blackPacks lassen sich übrigens nicht nur im Sandbag selbst benutzen, sie sind auch perfekt dafür geeignet, als Zusatzgewicht bei Gepäckmärschen zu fungieren, und sie lassen sich sehr gut zur Intensivierung von Mobilitätsübungen nutzen.

Wer also Interesse an einem Sandbag hat, dem kann ich die blackPack-Modelle von aerobis nur empfehlen, sie sind mit Gewichten zwischen 10kg und 30kg erhältlich.

Disclaimer: Auch wenn Hersteller oder Anbieter eines Produktes ihre Produkte kostenfrei oder vergünstigt an mich abgeben bedeutet das für mich nicht, dass ich sie positiv besprechen muss. Ich beurteile jedes von mir besprochene Produkt nach bestem Wissen und Gewissen.

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