Review: Emerson CQC-7

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Hält man ein CQC-7 in der Hand, hält man auch ein kleines Stück taktischer Messergeschichte. Mit dem CQC-6 schuf Ernest Emerson 1989 einen der ersten taktischen Folder, nachdem sich Spezialkräfte in der gesamten freien Welt darum rissen eines dieser Messer zu ergattern, stellte dann Benchmade das Modell 970, ein leicht verändertes CQC-6, in großer Stückzahl her, welches dann später von Emerson Knives wiederum leicht verändert als CQC-7 auf den Markt gebracht wurde.

Das CQC-7 ist wohl das beliebteste Messer von Emerson Knives und war auch bei Operation Neptune’s Spear, der Erschießung Osama bin Ladens, mit von der Partie und wurde dann für den guten Zweck versteigert. Das sagt allerdings noch nicht viel über Qualität und Praktikabilität des Messers aus, darüber werde ich jetzt meine Gedanken äußern.

Das Messer

Mein Emerson CQC-7 ist ein CQC-7BW, es ist also beschichtet, in der klassischen Tantoform mit Emerson-Wave, die das Messer beim Ziehen aus der Hosentasche öffnen kann. Das Messer ist ausgeklappt etwa 20cm lang, davon sind 8,4cm scharf und zusammengeklappt ist das Messer noch knappe 12cm lang. Die Griffschalen sind beidseitig aus schwarzem G10, das, Emerson-typisch, sehr rau ist, was zwar gute Griffigkeit bietet, aber auch schnell leicht verfärbt, etwa durch Salzreste wenn der Träger des Messers schwitzt, und gelegentlich Hosentaschen leicht beschädigen kann.

Das CQC-7 besitzt einen Liner-Lock aus Titan, der für mich bisher zuverlässig war und sich nicht “festfrisst”. Die Klinge des Messer besteht aus CPM154, ein guter Stahl, der jedoch bei mir zu Flugrost neigt, weshalb ich Messer aus diesem Stahl immer beschichtet kaufe. Die Klinge ist knappe 3,2mm dick und diese Dicke zieht sich bis sehr knapp vor der Spitze durch. Bemerkenswert ist am CQC-7 sein Schliff: Es handelt sich um einen chisel grind, der tatsächlich nur auf einer Seite angebracht ist. Während also die “linke” Seite des Messers normal geschliffen ist, ist die “rechte” Seite einfach nur glatt. Laut Ernest Emerson ist eine solche Messerklinge leicht scharf zu halten und kann recht stabil ausgeführt werden.

Der Clip des CQC-7 ist der klassische Emerson-Clip, welcher stabil sitzt, aber relativ groß ist. Mit ihm kann das Messer tip-up für Rechtshänder getragen werden, es sind aber auch Schalen zu kaufen, die das Messer so für Linkshänder tragbar machen.

Im Alltagseinsatz

Das CQC-7 ist für mich ein klassisches EDC-Messer mit einer Menge verschieder Aufgaben im Alltag. Ich habe es einige Monate als solches genutzt und bin zufrieden, es ist stabil genug um auch mal für Dinge genutzt zu werden, die ich vielen anderen Messern nicht zumuten wollen würde, mit der vorderen Schneide des Tanto lässt sich extrem gut “kratzen”, etwa wenn man Klebebandreste von Fenstern oder Türen entfernen möchte, und es schneidet recht ordentlich. Probleme mit dem Messer haben viele durch den besonderen Anschliff. Wenn man zum Beispiel ein längeres Stück Pappe zurechtschneiden möchte, kann es durchaus schwierig werden mit einem solchen, asymmetrischen Anschliff einen geraden Schnitt zu machen. Der Schliff macht auch das Schärfen relativ schwierig; mit dem Spyderco Sharpmaker kann das CQC-7 zum Beispiel nicht auf die klassische Art geschärft werden, man muss den Winkel des Messers dafür von Hand beim Benutzen des Sharpmaker leicht verändern und die “flache” Seite der Klinge danach noch gründlich abziehen. Mit etwas Übung kein Problem, für Anfänger in Sachen Messer oder Messerschärfen aber vielleicht abschreckend.

Rostprobleme hatte ich mit meinem CQC-7 zum Glück nicht, die Beschichtung macht einen sehr stabilen Eindruck, so dass sich das hoffentlich auch nicht ändern wird.

Die Emerson-Wave kann in vielen Situationen sehr praktisch sein, da sie das CQC-7 zu einem sehr schnell zu öffnenden Einhandmesser macht. Hält man sich etwa mit der einen Hand an einer Leiter fest, kann das Gefummele mit einem “normalen” Einhandmesser durchaus nervig sein, das CQC-7 öffnet sich aber quasi von selbst, was auch in einer Selbstverteidigungssituation von großem Nutzen sein kann.

Fazit

Das CQC-7 ist nicht nur ein Sammlerstück für taktische Messernerds, es ist auch eine gute Option, wenn man auf der Suche nach einem stabilen Alltagsmesser ist. Die Emerson-Wave ist ausgesprochen praktisch, allerdings kann der Schliff durchaus stören, gerade wenn man sehr viel und genau schneiden muss oder möchte. Das Nachschärfen gelingt mit etwas Übung gut, als Schnitzmesser taugt das CQC-7 trotzdem nicht. Wer aber sowieso eher ein Schneidwerkzeug “für zwischendurch” sucht, mit dem er auch mal reichlich grob umgehen kann, der kann durchaus mit einem CQC-7 glücklich werden.

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