Urban Fit Days in Berlin

Am 27. und 28. August lud man im Postbahnhof Berlin zu den Urban Fit Days. Eine Mischung aus Fitness-Messe, Workshops und Gruppentrainings lockte Sportfanatiker, Fitnessinteressierte und Discopumper aus ihren Crossfit-Boxen, Kellergyms und den Parks der Stadt. Auch ich warf mich ins Getümmel um meiner treuen Leserschaft berichten zu können, was in Sachen Fitness und funktionalem Training gerade in, und was schon wieder out ist.

The temperatures are too damn high

Samstag, High Noon, am Himmel praktisch keine Wolke, das Thermometer am Imbiss nahe des Ostbahnhofs zeigt 32°C, für mich kein Wohlfühlwetter und ganz sicher kein Wetter, bei dem ich mich unbedingt sportlich betätigen möchte, dementsprechend streiche ich die Idee, bei den Urban Fit Days an einem Workshop teilzunehmen, schon bevor ich da bin. Am Eingang kaufe ich mir ein Ticket, bekomme eine Art Festivalbändchen verpasst und der Security-Mann, dem offensichtlich auch deutlich zu warm ist, winkt mich durch. Endlich muss ich einmal nicht erklären, wofür man denn dieses ganze Zeug dabei hat.

Am Pressestand sage ich kurz hallo und lasse eine meiner Visitenkarten dort, hier nochmal das versprochene Lob für die freundlichen Menschen am Pressestand, und dann beginnt auch schon die Reizüberflutung.

Im Innenhof des Postbahnhofs sind diverse Stände und Fressbuden aufgestellt, dazu noch eine kleine Crossfit-Area mit etwas Equipment, ein Hersteller von fancyen Skateboards stellt seine Produkte vor und irgendwann parkt dort auch der Adidas-Bus. The Barn hat dort ebenfalls einen kleinen Stand, wo ich mir einen wunderbaren Filterkaffee gönnen kann, den ich genieße während die erste Gruppe ihr CF-Workout durchläuft. Warum Crossfit immer Gruppen trainiert werde ich wohl nie verstehen, eigentlich sollte das Verhältnis Trainierende zu Trainer deutlich kleiner sein als 20:1, aber zumindest kann ich so meine Vorurteile über unsaubere Ausführung von Crossfittern weiter pflegen…

Die Fressbuden lassen bereits durchscheinen, was die Essenz der ganzen Veranstaltung ist: Es gibt besonders proteinreiche Bratwurst, Kaffee mit Kokosöl, kohlenhydratarme Leckereien und kostenloses, speziell gefiltertes Wasser.

God bless this Mess(e)

In den angenehm kühlen (zumindest in Relation zu draußen) Hallen des Postbahnhofs befindet sich der Messeteil der Urban Fit Days. Etliche Hersteller preisen ihre Produkte an, darunter Fitbit und eine Krankenkasse für Sportler, verschiedene Functional Drinks, alle erdenklichen Lebensmittel in besonders proteinreich oder sonstwie gesund, dutzende Riegel und ganz viele, teilweise ziemlich coole Fitness-Gadgets.

Ich habe mir nicht alle Produkte genauer ansehen können und habe nicht alles probiert, auch wenn es eigentlich genau meine Art ist, alles zu probieren, was mir angeboten wird. Die Produkte, die ich besonders gut oder interessant fand, stelle ich kurz vor.

In der Kategorie “Riegel” konnte es in meinen Augen nur einen Sieger geben, das waren die Riegel von Die Kraft des Urstromtals. Zweifellos wäre der Sieg auch in “Skurrilster Name” sicher gewesen, die Riegel setzten sich aber von den vielen anderen Fitnessriegeln und Protein Bars dadurch ab, dass sie nicht klebrig, mehlig und süß waren, sondern eine interessante Mischung von Texturen und Aromen besitzen und damit wirklich ein Geschmackserlebnis sind und eben nicht nur ein schlechter Ersatz für einen Müsliriegel oder ein Snickers. Die drei Riegel sind jeweils verschieden zusammengesetzt, sie schmecken unterschiedlich, besitzen Nährwerte, die jeweils auf den Konsum vor dem Training, währenddessen oder danach abgestimmt sind, und einer ist für Veganer geeignet, einer für Vegetarier und einer enthält getrocknetes Hirschfleisch, was für mich ein Novum war. Die Riegel sind nicht unbedingt billig, was an den hochwertigen Zutaten liegen dürfte, aber sie sind ihr Geld durchaus wert, außerdem unterstützt die Marke Berliner Athleten, man tut also mit seinen Euros durchaus auch etwas gutes.

In Sachen Getränke lagen für mich die Kombuchas von Fairment vorn. Proteinshakes sind zwar sehr praktisch, aber es muss schon viel passieren, damit mich ein Shake wirklich überrascht. Die Kombuchas von Fairment schmecken ausgezeichnet und sind eine gute Option für alle, die keine Lebensform (aus Pilzen, Bakterien oder Hefen) in ihrem Kühlschrank dulden, aber trotzdem von den Vorteilen fermentierter Lebensmittel profitieren möchten.

Die Energy Drinks von Acao und FOS habe ich leider beide nicht probiert, obwohl ich eigentlich eine Schwäche für solcherlei Getränke habe.

Der beste herzhafte Snack des Wochenendes war zweifellos das Paleo Jerky. Wem, wie mir, klassisches Jerky häufig zu süß ist, der wird das Paleo Jerky lieben.

Das coolste Gadget war das Towell+, welches perfekt für alle Mitglieder großer Fitnessstudios ist, in denen man immer ein Handtuch unterlegen muss und möchte. Das Handtuch ist darauf abgestimmt, auf Bänke und Maschinen gelegt zu werden, besitzt außerdem eine Tasche für Handy, Portemonnaie oder Messer, und einige andere coole Features. Ich habe das Glück, nicht in einem solchen Studio zu trainieren, wäre das anders, hätte ich mir sofort ein Towell+ zugelegt.

Gut gefallen hat mir aber auch ein Pflanzkübel, der selbst auf den kleinsten Balkon passen sollte, und so das Herz aller urbanen Prepper im Sturm erobern sollte, leider finde ich diesen aber nicht im Internet…

Gude Laune!

Mindestens so gut wie die ausgestellten Produkte bei den Urban Fit Days war die Stimmung. Obwohl es zeitweise recht voll war und Hitze immer auch auf die Stimmung drückt, waren alle vor Ort freundlich und umsichtig, wahrscheinlich beseelt vom gemeinsamen Enthusiasmus in Sachen Fitness und funktionale Ernährung.

Weniger gut gefallen hat mir der junge Mann, der an seinem Stand Produktproben nur in einem Gemisch aus Singsang und Rap verteilte, was ein Gespräch doch sehr erschwert. Skurril fand ich auch, wie unsouverän die Vertretung eines großen Nahrungsergänzungsmittelherstellers mit meinem freundlich gemeinten Scherz umging, gute, kundenorientierte Geschmacksrichtungen für das neue Hanfprotein seien Bongwasser, alte Cornflakes oder Club Mate.

Alles in allem waren die Urban Fit Days eine gut organisierte Veranstaltung mit viel interessantem Input, angenehmem Publikum und viel Potential. Sollte es die Urban Fit Days nächstes Jahr nochmal geben, werde ich mir noch fester vornehmen, auch einige der Vorträge und Workshops wahrzunehmen. Es sei denn, dann ist es wieder so warm…

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