Review: Spyderco Ladybug

IMG_2598

Spyderco Ladybug in foliage green

Gerade im urbanen Alltag sind ausgewachsene oder gar übergroße Messer nicht immer praktisch. Selbstverständlich nutze ich gerne und häufig mein Fixed im Hosenbund, aber es gibt viele Schneidaufgaben, bei denen ich kein so großes Messer brauche, und viele Situationen, in denen ein großes Outdoormesser mir zu viel unangenehme Aufmerksamkeit verschaffen würde. Für genau diese Momente habe ich ein Spyderco Ladybug.

Das Ladybug wird meist als Messer für den Schlüsselbund angepriesen, was seine Größe auch durchaus gut beschreibt, aber die Funktionalität des Messer deutlich unter Wert verkauft. Das Ladybug ist geschlossen 6,2cm lang, geöffnet 11,1cm, und hat eine Klingenlänge von knapp 5cm. Die Klinge des Ladybug ist 2mm stark und im sabre grind geschliffen, was ein guter Kompromiss zwischen Bissigkeit und Stabilität ist. Für das Ladybug wurde der Spyderco-typische VG10 genutzt, ein guter allround-Stahl, der nicht viel Pflege braucht und leicht nachzuschärfen ist. Geöffnet wird das Ladybug wie gewohnt mit dem Spyderhole und der Back Lock des Messers erinnert ebenfalls an klassische Spyderco-Modelle wie etwa das Delica.

Die Griffschalen des Ladybug bestehen, ebenfalls klassisch, aus FRN und sind in verschiedenen Farben zu bekommen. Ich habe mich für foliage entschieden und bereue das nicht. Die Schale schwankt, je nach Licht, zwischen grau und grün und zusammen mit etwas rotem Paracord ist das Messer gut sichtbar, auch wenn es zum Beispiel zwischen kleingeschnittenen Pappkartons liegt, ohne gleich grell und billig zu wirken.

Die Griffschalen bestehen ausschließlich aus FRN, es gibt also keine Verstärkungen aus Edelstahl, was die Stabilität des Messers begrenzt, aber angesichts der Größe des Ladybug kein Problem ist. Der Back Lock hält die Klinge trotzdem zuverlässig offen und das Messer arbeitet sich souverän auch durch dicke Pappe, Plastik oder Kabelbinder.

Designt ist das Ladybug als 2,5 Finger-Messer, was an den Griffmulden gut zu erkennen ist. Tatsächlich sitzt das Ladybug so gut in der Hand, mit etwas Paracord sogar noch etwas besser.

Im Alltag ist das Ladybug unschlagbar, wenn es an die kleinen und kleinsten Schneidaufgaben geht. Es passt in jede Hosentasche ohne aufzutragen, ist schnell zur Hand und wirkt dank seiner Größe absolut nicht bedrohlich. Die Klinge ist scharf und schneidfreudig, ich hatte bisher keine Probleme mit ungeraden, ausgefransten oder sonstwie unsauberen Schnitten, auch wenn das Messer nicht mehr in allerbester Verfassung war.

Ein klitzekleines Manko ist in meinen Augen nur, dass das Ladybug theoretisch trotz seiner Größe als Einhandmesser einzuordnen ist, und deshalb in Deutschland einem Führverbot unterliegt, solange kein sozialadäquater Grund vorliegt, es zu tragen. Ich möchte hier nicht weiter auf diese rechtlichen Überlegungen eingehen, der Gedanke in einer Polizeikontrolle aber nicht wegen eines ESEE 4 mit knapp 12cm Klingenlänge Probleme zu bekommen, sondern wegen des Ladybug, das gerade so groß ist wie mein Daumen, ist wirklich geradezu kafkaesk.

Insgesamt kann ich das Spyderco Ladybug nur jedem ans Herz legen, der ein kleines, nicht aufdringliches, schneidfreudiges Messer sucht, das auch als Geschenk für nicht-messeraffine Freunde eine gute Figur macht. Über die Verarbeitung muss man sich, wie bei Spyderco eigentlich immer, keine Sorgen machen, auch wenn das Ladybug wegen seiner Größe auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Spielzeug und Scherzartikel wirken könnte, ist es ein vollwertiges, zuverlässiges Messer.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s