Review: “100 Deadly Skills” von Clint Emerson

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Ein gemütlicher Leseabend

Skill-Bücher, Survival-Ratgeber und Outdoorfibeln gibt es wie Sand am Meer, mittlerweile scheint ein nicht unerheblicher Teil der Autoren auch mit irgendeinem militärischen Hintergrund glänzen zu können, was den Büchern aber nur in seltenen Fällen noch helfen kann. Während ich die meisten derartigen Werke für wenig lesenswert halte, war mein Interesse an “100 Deadly Skills” von Clint Emerson trotzdem groß.

Der Autor

Clint Emerson war Navy SEAL unter anderem im mittlerweile allseits bekannten SEAL Team Six, arbeitete danach für die NSA und hat sich nun dem Dasein als Autor und Berater gewidment. Er konnte Erfahrungen in vielen Regionen der Welt sammeln und entschied sich irgendwann, seine Fähigkeiten zumindest in Teilen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Den ersten Schritt machte er mit “Escape the Wolf,” einem Programm, das Vielreisenden die Möglichkeit geben soll, sicherer zu sein, indem sie ihr Verhalten und ihre Umgebung besser verstehen und gestalten können.

Ein deutlich breiteres Spektrum an Themen und Fähigkeiten schneidet er nun in “100 Deadly Skills” an.

100 Deadly Skills

Das einzige Problem an diesem Buch ist wohl der Titel. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass man sich unwohl fühlt, wenn der Sitznachbar in der U-Bahn dieses Buch liest, genau das ist mir hin und wieder passiert. Ersetzt man deadly durch awesome verkauft sich das Buch aber vermutlich nicht so gut.

Im Buch beschreibt Emerson genau einhundert Dinge, die vielleicht einmal nützlich sein könnten. Die Auswahl an Themen ist wirklich riesig, man lernt interessante Dinge über Selbstverteidigung, Sicherheit daheim und auf Reisen, ein prototypisches EDC wird vorgestellt und man lernt, wie man mit verschiendensten Krisen und Ausnahmefällen umgehen kann. Auf der Extremitäts-Skala deckt das Buch auch so ziemlich alles ab. Eine Email anonym verschicken bekommt drei von zehn Punkten, jemanden mit einem gezielten Schlag ausknocken sechs, seine Fingerabdrücke mit Medikamenten verschwinden lassen oder Fluchtequipment dort verstecken, wo die Sonne nicht hinscheint, bekommt locker acht von zehn Punkten. Und es wird noch besser beziehungsweise schlimmer.

Angesichts der vorgestellten Skills ist das Buch offensichtlich kein schlichter Ratgeber, eher soll das Buch zum Denken anregen, denn wer erstmal grundlegend verstanden hat, welche Optionen eine bestimmte Situation zulässt, der kann deutlich bewusster agieren, wenn er tatsächlich mit einer solchen Situation konfrontiert ist. Außerdem ist es deutlich einfacher etwas zu bemerken oder zu verhindern, wenn man das Vorgehen potentieller Übeltäter versteht. Nichtsdestotrotz ist der Abenteuerroman-Charme von “100 Deadly Skills” nicht zu leugnen.

Das Konzept des Buches ist einfach und eingängig: Jede Doppelseite entspricht einer Fertigkeit, die auf der linken Seite in Textform ausgeführt wird und ist auf der rechten Seite illustriert und wird nochmal sehr einprägsam zusammengefasst. Die Illustrationen sind sehr gelungen und das Konzept funktioniert wirklich sehr gut, hier kann man sich exemplarisch einen 101. Bonusskill ansehen.

Da die einzelnen Fertigkeiten sehr kompakt vermittelt werden ist “100 Deadly Skills” ein perfektes Buch für zwischendurch. Auch wenn es eigentlich kein klassisches Kompliment ist, ist “100 Deadly Skills” die perfekte Klolektüre. Mit diesem Buch lernen auch Gäste und Freunde etwas, wenn sie euer Badezimmer benutzen.

“100 Deadly Skills” ist ein leichtes, nicht allzu dickes Paperback und lässt sich dementsprechend gut transportieren, allerdings sollte man darauf achten, dass die Broschur dabei nicht zerknickt, was bei dieser Ausgabe recht schnell passiert. Neben den eigentlichen Tricks enthält das Buch eine kurze Einleitung, weiterführende Leseempfehlungen und schließlich ein Register.

Fazit

Wer auf der Suche nach kurzweiliger Unterhaltung ist, oder gerne einige Gedanken völlig outside the box lesen möchte, dem kann ich “100 Deadly Skills” nur empfehlen. Es vermischt den Charme eines Pfadfinderbuches mit der Faszination Navy SEAL, ist aber trotzdem nicht abgehoben oder prätentiös. Ich hoffe, keine der Fertigkeiten aus dem Buch je anwenden zu müssen, die Denkanregungen rechtfertigen die Anschaffung und das Lesen aber allemal.

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